Dass nicht immer eine Abmahnung von Wettbewerbsvereinen erfolgreich ist, zeigt eine aktuelle Entscheidung des Landgerichts Bonn  (Urteil vom 15. Mai 2018, Az.: 11 O 49/17) in einem einstweiligen Verfügungsverfahren. Der Verein, der gegen einen Onlinehändler eine einstweilige Verfügung wegen Verstößen gegen die Textilkennzeichnungsverordnung und Regelungen zum Fernabsatzrecht beantragt hatte, konnte das Gericht nicht von der erforderlichen Aktivlegitimation überzeugen. Verbände können sich grundsätzlich auf die gesetzliche Regelung des § 8 Abs.3 Nr.2 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) berufen. Im Streitfall war der Verein jedoch aufgrund einer angeblichen Beschwerde tätigt geworden. Dies reichte dem Gericht nicht aus, um die kollektive Vertretung der Interessen von Mitglieder des Verbandes zu begründen und nachzuweisen. Aufgrund dessen wurde die einstweilige Verfügung nach Widerspruch wieder aufgehoben.

Fazit: Es lohnt sich also, nach einer Abmahnung eines Wettbewerbsvereins dessen Aktivlegitimation zu prüfen und ggf. in Frage zu stellen.